Weibliche Hälfte des Äthers geehrt
Der diesjährige Gleichstellungspreis der Stadt Zürich geht an die Frauenredaktion des Radio LoRa. Die 120 Frauen der «Hälfte des Äthers» setzen sich hinter das Mischpult und die Plattenteller und machen Radio aus Frauensicht. Dies ist auch heute eher ungewöhnlich, ist doch die Mainstream-Medienberichterstattung heute immer noch männlich dominiert. Und ganz speziell bei der technischen Seite des Radiomachens sind die Frauen heute leider immer noch nicht hälftig anzutreffen. Medien bedeuten Macht. Als ehemalige LoRa-Sendungsmacherin erinnere ich mich gut dieses spezielle Gefühl hinter dem Mikrophon. Mit der Lora-Frauenredaktion haben die Frauen die Möglichkeit, die Macht im Medienbereich zu ergreifen. Die Frauenredaktion produziert 25 unterschiedliche Sendungen in zehn Sprachen. Sie behandelt darin Themen aus Frauensicht und führt geschlechtsspezifische Diskussionen. Damit leistet die Frauenredaktion einen wichtigen integrativen Beitrag und trägt zur Vernetzung verschiedener kultureller Gruppierungen bei. Herzliche Gratulation an die Frauenredaktion und weiterhin viel Erfolg!
Die Stadt Zürich wollte dieses Jahr erstmals auch einen Anerkennungspreis für Unternehmen und Privatpersonen vergeben. Leider war dies nicht möglich, da zu wenige Bewerbungen eingingen. Woran dies wohl liegt? Gibt es zu wenige Firmen, die mit Pionierprojekten im Gleichstellungsbereich vorangehen? Oder sind die Bestrebungen im Gleichstellungsbereich zu wenig wichtig, um einer breiten Öffentlichkeit kommuniziert zu werden? Hoffentlich rüttelt die Nicht-Vergabe dieses Preises einige Firmen wach, damit dringend notwendige Projekte im Gleichstellungsbereich angegangen werden und im nächsten Jahr auch dieser Preis vergeben werden kann. Auf die Gleichstellung aller!
