Ab 2013 rollen hier die Züge: Die SP10 zu Besuch auf der Baustelle der SBB-Durchmesserlinie am HB Zürich
Am 22. Juni besuchten Interessierte aus der SP 10 & 6 die Baustelle der Durchmesserlinie (DML) am HB Zürich. Zuerst erklärte ein pensionierter SBB-Angestellter die technischen Details: Die neuen Geleise kommen unter den heutigen Geleisen 4-9 zu liegen. Dies wird das Herzstück der neuen, direkten Ost-West-Verbindung durch die Schweiz sein, denn so werden die Züge jeweils direkt weiterfahren können. Auch die S-Bahn Zürich wird davon profitieren können. Das Passagiervolumen hat seit ihrer Eröffnung 1990 um 218% zugenommen und eine Kapazitätserweiterung ist darum unbedingt nötig...
Die DML ermöglicht es, künftig 2'600 statt wie bisher 1'900 Züge pro Tag am HB durchfahren zu lassen. Die DML von Oerlikon zum Hauptbahnhof ist während 5.6km unterirdisch, zum Teil nur 16m wie am HB, zum Teil bis 160m. Die Züge werden eine Steigung von 37 Promille überwinden müssen, eine starke Leistung, sind es am Gotthard doch nur 28 Promille. Die DML ist ein Meisterstück an Tunnelarbeit. Einerseits muss nämlich mit dem hohen Grundwasserspiegel (nur 2m unter der Oberfläche) gekämpft werden um ein "Aufschwimmen" des unterirdischen Bahnhofs zu vermeiden. Andererseits ist die geologische Zusammensetzung aus Sandstein, Mergel und Kalk (18'000 Jahre alte Gletscherablagerungen) nicht einfach zu durchstossen. Und dann ist da schliesslich noch die Sihl, die gebändigt werden muss: Während der Bauzeit wird sie jeweils teilgesperrt, damit im Trockenen gebaut werden kann. Würde es aber plötzlich ein Hochwasser geben, gäbe es im Extremfall nur die "kontrollierte Flutung" der Baustelle. Hoffen wir also noch auf ein paar trockene Sommer bis 2013...
Und zum Schluss noch ein paar Daten: Die erste Teileröffnung der DML erfolgt 2013, die Gesamteröffnung 2015. Die ganze Planungs- und Bauzeit wird somit 14 Jahre betragen haben, was rekordverdächtig wenig ist für ein so grosses Bauprojekt in der Schweiz. Die Gesamtkosten werden 2.013 Mrd Franken betragen, wovon der Bund 60% und der Kanton Zürich 40% übernimmt. Die neue Brücke über alle Geleise, die Letzigrabenbrücke, wird eine der längsten Brücken des SBB-Netzes werden.
